Erfolgreiche Beteiligung des Evangelischen Bundes Hessen an einer Programmbeschwerde beim ZDF

Verwaltungs- und Redaktionsgebäude
des ZDF in Mainz
Foto aus Wikipedia, PantheraLeo 1359531 Lizenz CCBY 4.0

Ende März hat der Evangelische Bund Hessen, vertreten durch seine beiden Vorsitzenden Matthias Ullrich und Astrid Maria Horn, eine Programmbeschwerde beim ZDF bezüglich der Kindernachrichtensendung „logo!“ vom 19. März eingelegt. In einem Beitrag in dieser Sendung wurde ausgehend von der aktuellen Veröffentlichung der Mitgliederentwicklung der beiden großen Kirchen in Deutschland über die Gründe von Kirchenaustritten reflektiert. Der Beitrag assoziierte diese mit der mittlerweile überwundenen Höllenangst des Mittelalters und der Überzeugungskraft naturwissenschaftlicher Erklärungen, welche für mündige Menschen am Beginn der Neuzeit an die Stelle von Gottes Eingreifen getreten seien. Dabei wurde die Reformation, die mit der geistesgeschichtlichen Entwicklung der Neuzeit ja gerade in engstem Verhältnis steht, genauso wortlos übersprungen, wie der Fakt, dass noch in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts über 90 % der West- und über 65 % der Ostdeutschen zu einer der beiden großen Kirchen gehörten. Vielmehr wurde das oft wiederholte, historisch unterkomplexe Narrativ einer wissenschaftsfeindlichen Kirche verfestigt und durch eine tendenziöse grafische Gestaltung unterstrichen. Auch wenn man Teilen der Darstellung, vor allem dem Beitrag aktuell erschütternder und unrühmlicher Enthüllungen aus dem Raum der Kirche, durchaus folgen konnte, wurde hier Kindern doch ein kurzgeschlossenes, antimodernes Zerrbild von Kirche vorgelegt. Dieses wurde noch dadurch verstärkt, dass im Beitrag unmittelbar davor durchweg positiv über das Ende des Ramadan und damit über eine andere Religion berichtet wurde – was wir grundsätzlich begrüßen.
Unsere Programmbeschwerde war bewusst wertschätzend für die sonstige Arbeit des ZDF formuliert und erfolgte unter Referenzierung auf die eigenen Programm- und Qualitätsrichtlinien des Senders. Es zeigte sich, dass unsere Eingabe bei weitem nicht die einzige, sondern eine unter vielen war. Es ist in diesem Fall üblich, dass eine exemplarische Leitbeschwerde (nicht die unsere) ausgewählt und zum Gegenstand einer Antwort des Intendanten wird. Diese ist uns am 6. Mai zugegangen. Wir sind dankbar für die durchaus reflektierte, erklärende und wertschätzende Stellungnahme sowie für das Eingeständnis eines unguten Umgangs mit dem Thema. Der Beitrag wurde aus der immer noch abrufbaren Sendung gestrichen und durch den Hinweis ersetzt, dass rückblickend das Video als inhaltlich verkürzt und nicht gelungen zu bewerten sei.
Es zeigt sich, dass die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen und medialen Diskurs durchaus für alle Seiten fruchtbar sein kann, wenn man sich um eine sachliche sowie freundliche, aber aus evangelischer Sicht durchaus auch profilierte und engagierte Stellungnahme bemüht. All dies zählt zu den Grundsätzen des Evangelischen Bundes.
Der Text unserer Programmbeschwerde kann bei uns erfragt, die Leitbeschwerde und die Antwort des Intendanten des ZDF können hier abgerufen werden.