video-streaming

Hinweise für das Videostreaming im Zusammenhang unserer Predigtstudie 2022

Videostreaming ist keine Notlösung

In der Corona-Pandemie haben Millionen an gestreamten Gottesdiensten teilgenommen. Andererseits gehört der Videokonsum für viele Millionen Menschen sowieso zum ganz normalen Informationsverhalten. Deshalb sollten Gottesdienste auch gestreamt werden. Will man die Bindung in der Gemeinde und im Ort stärken, sollte man nach Möglichkeit immer auch den eigenen Gottesdienst streamen. Denn Streaming bedeutet auch Gemeinschaft mit den Anwesenden. Vorproduktionen leisten das nicht und sind zudem wesentlich aufwändiger.

Gestreamt wird auf Youtube

Das gestreamte Video bleibt auf Youtube erhalten. Du kannst es aber noch ein wenig bearbeiten. Da die meisten hinterher schauen, sind die Zuschauerzahlen am Ende erstaunlich hoch. Die Kommentarfunktion bietet einen Rückkanal. Nachdem das Video auf Youtube angelegt ist, kann der Link –  am besten auf der eigenen Homepage als Link – und als QR-Code auf Plakaten und Drucksachen – bekannt gemacht werden. 

Video als Erlebnis

Da das persönliche Erleben in der Kirche völlig anders ist, als zu Hause vor dem Bildschirm, solltest Du den Erlebniswert steigern:

  1. durch Eingriffe in den Ablauf
    1. Beteiligung mehrerer Personen
    1. Längen vermeiden (z.B. Predigt teilen und Lied dazwischen)
    1. Nicht alle sechs Strophen singen lassen, besser mehr Lieder
  2. b) durch technische Mittel (die nur die Internetzuschauer sehen)
    1. Mehrere Kameras, die sich abwechseln
    1. Einblendung der Lieder
    1. Einblendung von Schnittbildern (je 3-Sekunden Videos aus dem Kirchenraum, z.T. vorbereitet)

Tipp: Pausen ab 3 Sekunden wirken im Video wie eine halbe Ewigkeit.

Licht

Die Akteure müssen gut beleuchtet sein, gern auch die ganze Kirche.

Ton 

Wer spricht, braucht ein Mikrofon, Orgel und Chor nicht vergessen. Der Ton kommt am besten vom Kirchenmischpult. Zusätzlich ist ein Kondensator-Raummikrofon zu empfehlen, aber nicht notwendig. Wo überhaupt kein Mikrofon da ist, hilft ein digitaler Recoder wie Zoom H1n  Wichtig: gleich mit Halterung und Windschutz kaufen

Manchmal ist der Ton wichtiger als das Bild. Kurze Bildaussetzer sind weniger schlimm, als zerhackter Ton.

Video-Qualität

HD Qualität (720p) reicht für viele Zwecke aus. Besser ist das Full HD-Format (1080p). Mehr (z.B. 4k) ist nicht wirklich nötig. Full HD füllt einen 24 Zoll Computermonitor oder einen Fernseher ab 32 Zoll ohne Verluste.

Kameras

Alle Kameras, Fotoapparate usw., die einen HDMI-Ausgang haben und ein clean HDMI Signal abgeben, sind zum Streamen geeignet. 

Bildmischer

Um die verschiedenen Kameraperspektiven im Wechsel zu zeigen, braucht das Team einen Bildmischer. Empfehlung Atem Mini pro von Blackmagic ab 450 Euro. Der Atem Mini pro streamt per LAN Anschluss direkt zu Youtube – ohne Computer.

Streamen mit Smartphones

Gemeinden, die nicht gleich alles anschaffen oder leihen möchten, können Live-Gottesdienste auch mit Smartphones streamen.  Allerdings: ein einzelnes Smartphone kann nicht direkt zu Youtube streamen. 
Für iPhones gibt es das Switcher-Studio, eine Software, die man für 20 Euro für eine Woche mieten kann. Dazu braucht man ein Apple-TV (eventuell zu leihen) und natürlich W-LAN.

Kürzere Aufnahmen

Für kürzere Aufnahmen reicht auch mal eine einzelne Kamera aus, die über HDMI mit einem Videoswitcher (ab 10 Euro) über USB an einem Computer (wenigstens i5, besser i7 + gute Grafikkarte) angeschlossen wird. Das Streaming besorgt dann die kostenfreie Software OSB Studio 

Bild- und Tonrechte

Die weit gefassten Musikrechte für Gottesdienste gelten im Internet nicht automatisch, aber zu großen Teilen. Viele Fragen beantwortet die EKD. Eine gute Übersicht gibt das Medienhaus der EKHN in Frankfurt. Auf der sicheren Seite sind Gemeinden, die die Musik selbst aufführen und nicht von Tonträgern einspielen. Vorsicht ist jedoch bei der Einblendung von Liedblättern geboten. Diese sollten später aus dem Video herausgeschnitten werden.

Blendest Du Bilder ein, vielleicht für eine Bildmeditation, sollten die Bilder gemeinfrei sein. Da aber an diesen Bildern zusätzlich Fotorechte hängen können, ist die Gemeinde auf der sicheren Seite, wenn Du den Internet-Link zum Bild im Video einblendest.


Hans Genthe
Pfarrer und Medienberater
hans.genthe@vangelischer-bund.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.